Geschichte

Der Ursprung des „modernen“ Jiu Jitsu findet sich in den verschiedenen Schulen der Kriegs- und Ritterkünste der japanischen Samurai, der Kriegerkaste des mittelalterlichen Japan.
Verfolgt man den Weg des Jiu Jitsu weiter zurück, so geht man heute davon aus, dass es ursprünglich, wie die meisten anderen asiatischen Kampfsportarten und Selbstverteidigungen, aus indischen Massagepraktiken hervorgegangen ist. Es waren indische Ärzte, die der taoistische und buddhistische Lehre folgten und die bereits viele Jahrhunderte v. Chr. Übungen und Schaukämpfe durchführten, bei denen das Treffen von empfindlichen Körperstellen als Kunst gepflegt wurde. Wahrscheinlich gelangte dieses Wissen durch den Seidenhandel nach China, wo sie durch Mönche des Zen-Buddhismus gepflegt wurden, welche das berühmte Shaolin-Kloster gründeten.

Aus diesem Wissen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte das heute bekannte Kung-fu oder auch Wushu. Diese Kampfkünste gelangten wiederum nach Japan, soweit man heute weiß, im 10. Jahrhundert. Besonders die japanische Insel Okinawa war vielen Einflüssen aus China und Taiwan ausgesetzt; dort vermutet man den Ursprung der japanischen Kampfkünste, und noch heute bildet Okinawa das Zentrum der asiatischen Kampf- und Selbstverteidigungskünste.

Dieses Wissen war in Japan streng geheim und wurde nur an einen ausgewählten Kreis weitergegeben, den Samurai, welche im mittelalterlichen Japan die herrschende Kriegskaste darstellten.

rahnIn Deutschland hielt Jiu Jitsu im Jahre 1906 Einzug mit der Gründung einer Sportschule für Jiu Jitsu im Hinterzimmer einer kleinen Kneipe. Erich Rahn, der Sohn einer berliner Kaufmannsfamilie, war Initiator dieses neuen „Boxstils“; er nannte es „Dschiu Dschitsu“. Er wurde bekannt als „Meister der 1000 Jiu Jitsu – Griffe“.